So habe ich mich über die Aufgabe, den Geschirrschrank zu verpacken ein wenig gefreut. Beim Ausführen wurde mir jedoch immer banger.
Was machen wir mit den Erbstücken?
Dank dem Artikel "Ikea als Armutsrisiko" von DonAlphonso weiß ich, dass wir durch sie den Ausweis der Oberschicht in Händen halten. Aber ihre Funktion wird von einfacheren Vertretern ihrer Art übernommen, die in den nächsten Jahren vermutlich nicht kaputtgehen werden. Wenn das doch der Fall sein sollte, so stehen bereits Vertreter aus der übernommenen Gasthauseinrichtung bereit.
Welche Funktion können sie also erfüllen?
Mir fiel beim Einpacken Folgendes ein:
Wie zu erwarten war, ist Herzblatt von den Optionen eins und zwei nicht begeistert, da Erbstücke dabei beschädigt werden können. Option 3 würde er mir erlauben und Option 4 weckte überraschenderweise seinen Jagdtrieb nach neuen Schätzen. Mich freilich ängstigt die Vorstellung anschwellender Glas und Porzellanmeere über die Maßen.
Seinen konservativen Vorschlag zukünftiger Eigennutzung halte ich für unrealistisch. Wenn sich die Trinkgewohnheiten unserer Gesellschaftsschicht nicht drastisch ändern, werden wie auch in Zukunft sehr wenig Bedarf an unterschiedlichen Trinkgefäßen für harte Alkoholika haben.
Eine Ausnahme könnte in der Kombination mit Essen bestehen. Wenn dabei sogar Essig verköstigt wird ….
Ein aufwändiges Menü beginnt in meinen Augen bei mehr als 7 Zutaten für mehr als 5 Personen. Die Wahrscheinlichkeit, dass zahlende Gäste nach dem Genuss von mir zubereiteter warmer Speisen wiederkommen würde, erachte ich als gering. Selbst kochen fällt also aus, aber ..
Ganz wenig Gefährdungspotential bringt Option 6. mit sich:
Wenn es nach meinem Ermessen weitergeht, so werden wir die Erbstücke für verschiedene Zwecke einsetzen. Ein wenig Film- und Fotoproduktion, zwischendurch ausstellen und Events damit ausstatten. Und wenn alles nicht klappt, können wir noch mal über die Option ‚Sozialkaufhaus’ nachdenken.
