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Crafting a solution to escape the rat race



Re:publica-Tagebuch - Tag 1 >
< Türklingel mit oder ohne Schnur?
11.04.2011 23:11
Kategorie: Blog

Dinge wieder verwenden

Ich liebe den Wechsel zwischen anspruchsvollen und monotonen Tätigkeiten. Beim Wäsche aufräumen oder den Geschirrspüler ausräumen kann man wunderbar den Rest des Tages planen oder aber über Irrelevantes nachdenken und dabei neue Ideen einfangen.


So habe ich mich über die Aufgabe, den Geschirrschrank zu verpacken ein wenig gefreut. Beim Ausführen wurde mir jedoch immer banger.

Was machen wir mit den Erbstücken?

Dank dem Artikel "Ikea als Armutsrisiko" von DonAlphonso weiß ich, dass wir durch sie den Ausweis der Oberschicht in Händen halten. Aber ihre Funktion wird  von einfacheren Vertretern ihrer Art übernommen, die in den nächsten Jahren vermutlich nicht kaputtgehen werden. Wenn das doch der Fall sein sollte, so stehen bereits Vertreter aus der übernommenen Gasthauseinrichtung bereit.

Welche Funktion können sie also erfüllen?

Mir fiel beim Einpacken Folgendes ein:

  1. Schauspielerei: Wir leihen das Murano-Service und seine Freunde an Filmgesellschaften aus, die Produktionen damit zeitgenössisch illustrieren.
  2. Fotomodell: Ähnlich der Aufgabe als Schauspieler leihen wir sie an Fotografen aus. Diese sparen die Lagerkosten für ein eigenes Ausstattungsarchiv.
  3. Natürlich können wir sie auch in selbst produzierten Filmen und Fotoproduktionen verwenden.
  4. Sozialkaufhaus: Wir geben sie in gute Hände ab, nehmen Erbstücke Anderer an und verdienen an diesem Vorgang mit.

Wie zu erwarten war, ist Herzblatt von den Optionen eins und zwei nicht begeistert, da Erbstücke dabei beschädigt werden können. Option 3 würde er mir erlauben und Option 4 weckte überraschenderweise seinen Jagdtrieb nach neuen Schätzen. Mich freilich ängstigt die Vorstellung anschwellender Glas und Porzellanmeere über die Maßen.

Seinen konservativen Vorschlag zukünftiger Eigennutzung halte ich für unrealistisch. Wenn sich die Trinkgewohnheiten unserer Gesellschaftsschicht nicht drastisch ändern, werden wie auch in Zukunft sehr wenig Bedarf an unterschiedlichen Trinkgefäßen für harte Alkoholika haben.

Eine Ausnahme könnte in der Kombination mit Essen bestehen. Wenn dabei sogar Essig verköstigt wird ….

Ein aufwändiges Menü beginnt in meinen Augen bei mehr als 7 Zutaten für mehr als 5 Personen. Die Wahrscheinlichkeit, dass zahlende Gäste nach dem Genuss von mir zubereiteter warmer Speisen wiederkommen würde, erachte ich als gering. Selbst kochen fällt also aus, aber ..

  1. Ich könnte Kochbegeisterte einladen, bei uns zu kochen und ihre Gerichte auf unserem Geschirr zu verköstigen. Oder das Geschirr ausleihen, was allerdings wieder Gefährdungspotential mit sich bringt. 

Ganz wenig Gefährdungspotential bringt Option 6. mit sich:

  1. Wir eröffnen ein Museum für Zeitgeschichte und stellen unsere Erbstücke aus. Neben Geschirr und Dekorationsgegenständen wie geschmackvollen und weniger geschmackvollen Vasen könnten wir einen Teil der Gemälde von Curt Steinberg anbieten, zu seiner Zeit ein bekannter Architekt. 

Wenn es nach meinem Ermessen weitergeht, so werden wir die Erbstücke für verschiedene Zwecke einsetzen. Ein wenig Film- und Fotoproduktion, zwischendurch ausstellen und Events damit ausstatten. Und wenn alles nicht klappt, können wir noch mal über die Option ‚Sozialkaufhaus’ nachdenken.

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